Klassiker wie auch Kult: das Schweizer Taschenmesser
Das Schweizer Messer, auch als Schweizer Taschenmesser, Schweizer Offiziersmesser und Schweizer Armeemesser bekannt - und von den Schweizern selbst liebevoll „Sackmesser“ genannt, in Anlehnung an seinen bevorzugten Aufbewahrungsort, die Hosentasche, welche in der Schweiz Hosensack genannt wird – ist ein echter Designklassiker. Nebenbei ist es außerdem noch das meist imitierte und – einschließlich aller Imitationen – meistverkaufte Taschenmesser der Welt.
Das ist auch kein Wunder, denn das Schweizer Messer ist ein echter Allrounder: Es hat neben einem hochwertigen, scharfen Messer noch eine Vielzahl an anderen praktischen, kleinen Werkzeugen integriert, die sich wie das Messer alle zusammenklappen lassen: mindestens gehören dazu im Original eine Ahle, ein Dosenöffner und ein Schraubenzieher, in den modernen Varianten oft noch ergänzt um einen Zahnstocher, einen Korkenzieher, eine Schere und dergleichen.
Historisch blickt das Schweizer Messer auf eine interessante Geschichte zurück. Eigentlich gehörte es zur Ausrüstung der Schweizer Soldaten und sollte beim Einsatz viele kleine, einzelne Werkzeuge ersetzen, die sonst alle individuell mitgeführt werden mussten. Genau dieselbe Eigenschaft kommt heute Wanderern, Campern und Abenteuerreisenden zugute, für die es auch spezielle Ausführungen in Outdoor-Spezialgeschäften gibt, die beispielsweise noch Löffel, Messer und Gabel für die mobile Mahlzeit beinhalten. Allerdings muss man wegen der vielen integrierten, scharfen und spitzen Gegenstände im Taschenmesser berücksichtigen, dass man es keinesfalls bei Flügen im Handgepäck mitführen kann. Vor allem bei originalen Messern, die recht kostspielig sein können, kann es sehr ärgerlich werden, sie bei der Flughafenkontrolle abzugeben, ohne sie wiederzubekommen.
Äußerlich unterscheiden sich die Schweizer Taschenmesser durch ihr sehr charakteristisches, unverwechselbares Design: ein roter, solide verarbeiteter Kunststoffgriff, auf dem das Schweizer Kreuz als weißes Markenzeichen aufgedruckt ist. Den Begriff „Schweizer Offiziersmesser“ dürfen übrigens nur zwei, alteingesessene Schweizer Firmen gebrauchen, die ihn sich haben schützen lassen und dies mit besonders gestalteten Kreuzen auf dem Griff kommunizieren. Selbstverständlich sind inzwischen massenhaft Kopien dieser Originale im Handel, die oft in China hergestellt sind und sich auch nicht immer auf den ersten Blick vom Original unterscheiden lassen.
Veröffentlicht von Frederick Thomas