Gold verkaufen - auf den Zeitpunkt kommt es an
Seit 2001 ist der Goldpreis ständig gestiegen. Wer also nicht unbedingt Gold verkaufen muss, sollte vielleicht noch eine Weile damit warten, da derzeit eine Senkung des Goldpreises nicht in Sicht ist. Fünfzehn europäische Notenbanken unterzeichneten im Jahr 1999 in Washington das „Central Bank Gold Agreement“, welches die Goldmenge bestimmte, die in einem Jahr verkauft werden darf. Das „Central Bank Gold Agreement“ hatte Gültigkeit bis 2009. Zentralbanken und Goldminengesellschaften haben durch das Verleihen und Verkaufen von Gold die Möglichkeit direkt Einfluss auf den Goldpreis zu nehmen.
Wird das Gold zu einem nominalen Wert - also lediglich auf dem Papier - zu einem vorher festgelegten, zukünftigen Zeitpunkt veräußert, so sind dies von den Banken provozierte „Leerverkäufe“. Der „Zukunftswert“ wird dabei niedriger als der aktuelle Wert angegeben, damit der Goldpreis sinkt. Ist ein Ansteigen des Goldpreises erwünscht, wird das „Spiel“ genau andersherum durchgeführt. Hierfür drosseln die Minengesellschaften ihre Produktion, und das Gold wird von den Banken in großen Mengen angekauft. Aber auch diese Beeinflussung des Goldpreises funktioniert nur eine gewisse Zeit, da beispielsweise im Jahr 2006 alle Zentralbanken zusammen nur 19 Prozent des weltweiten Goldes besessen haben. Trotz dieser Beeinflussungen und der üblichen Marktschwankungen gilt Gold immer noch als eine der stabilsten Geldanlagen, auch wenn eine mögliche Rendite eher langfristig erzielt wird.
Interessant ist auch die Tatsache, dass in China bis vor einiger Zeit Privatleute gar kein Gold besitzen durften. Als dieses Gesetz gelockert wurde, durften die Chinesen zunächst nur über die offiziellen Banken im Lande Gold beziehen. Als diese Regelung schließlich auch aufgehoben wurde, begann ein absoluter Run auf das gelbe Metall, das wiederum zu einem Anstieg des Preises führte. Gleichzeitig ist die weltweite Wirtschaftskrise für zahlreiche Menschen ein Grund, ihr Geld in Gold anzulegen, weil sie den Banken nicht mehr trauen. Auch das führt eher zu einer weiteren Erhöhung des Preises. Hier ist vor allem auch aus den arabischen Ländern eine große Nachfrage zu verzeichnen.
Da die Nachfrage derzeit größer scheint als das Angebot, werben im Moment viele Unternehmen in den Medien mit ihren „günstigen Konditionen“ beim Ankauf von Zahngold und altem Schmuck. Wer jedoch aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen ist, Gold zu verkaufen, sollte es von einem Juwelier vor Ort vor einer eventuellen Veräußerung auf seinen Wert hin prüfen lassen, denn Gold besitzt ganz unterschiedliche Qualitäten.
Veröffentlicht von Karlotta Lorenz